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Peter Weibel
Werke 1965 - 1979
1965
Welcome

1966
Spiegel-Eve
Widerspruch
Proposals on Non-Affirmative Art [Lecture Destruction]
Tapp und Tastgedichte

1967
Porträt des Künstlers als junger Hund
Zockfest
Nivea

1968
Fingerprint
Exit
Brandrede
Aus der Mappe der Hundigkeit
Das Recht mit Füßen treten
Durchblicke
Instant Film
Tapp und Tastfilm

1969
Das magische Auge
Prozess als Produkt
Publikum als Exponat
Possible

1971
Das Produkt erlischt im Prozess (Air-Text) (Aktion)
Intervalle (Version 1)

1972
Das Produkt erlischt im Prozess (Air-Text) (Video)
Abbildung ist ein Verbrechen (Idee: 1970)
Intervalle (Version 2)
Abstrakt-Konkret (Stiegenhaus)
The Endless Sandwich
Das Recht mit Füßen treten
TV-Tod I
Die Kommunikation ist das Medium (TV-Tod II)
Mehr Wärme unter die Menschen
Synthesis
Imaginäre Wasserskulptur
Zeitblut

1973
Beobachtung der Beobachtung: Unbestimmtheit
Raum der Sprache
Parenthetische Identität
Selbstbezeichnung
Selbstbeschreibung
Kruzifikation der Identität

1974
Monodrom
Hausmusik

1975
Käfig

1975
Tritität

1977
Video Lumina


Prinzip Widerstand, 1971

1971
Aus der Serie »Prinzipien der Poesie«

 
Prozess als Produkt, 1969

Peter Weibel
Prozess als Produkt, 1969
Video-Aktion

• multi media 1, Galerie junge Generation, Wien, 10.–11. April 1969



"die 'intermedia aktionen' weibels demonstrierten die schon erwähnten stile: simultaneität von produktion und rezeption etc.
eine fernsehkamera, ein video-recorder, 2 fernseh-wiedergabegeräte ermöglichten:
a) teile der vorbereitung der ausstellung wurden aufgenommen und am abend der ausstellung über die 2 fernsehgeräte in 2 räumen gespielt. dadurch sah der besucher sowohl das vorher als auch das jetzt, die produktion und das produkt, die vorbereitung selbst wurde zum teil der ausstellung. zwei zeiterlebnisse simultan, 2 kunsterlebnisse: reproduktion des prozesses und unmittelbarkeit des produktes."

[Peter Weibel, in: Peter Weibel, Wien: Bildkompendium, Wiener Aktionismus und Film, 1970, S. 266]

Verwandte Werke: • Publikum als Exponat, 1969


Abbildungen:
pw_prozessprodukt

[Peter Weibel, in: Peter Weibel, Wien: Bildkompendium, Wiener Aktionismus und Film, 1970, S. 266]

 
Kruzifikation der Identität, 1973

Kruzifikation_Graz_01
Foto: Werner Schulz

Peter Weibel
Kruzifikation der Identität, 1973
Videoskulptur

• Trigon, Audiovisuelle Botschaften, Künstlerhaus, Graz, 6.10.–11.11.1973



"in einem kreuz, beschlagen mit schwarzem schmiergelpapier, befinden sich eine videokamera, zwei elektrooptische schaltungen. im kreuzungspunkt der balken ein monitor. die kamera schaltet sich nur ein, wenn der betrachter auf dem ebenfalls mit schwarzem schmiergelpapier verkleideten podest steht - und zwar genau im mittelpunkt des darauf befindlichen eisenkreuzes - und seine arme ausbreitet, denn dann bildet sein körper selbst ein kreuz. die arme unterbrechen dabei nämlich die lichtstrahlen, die von den links und rechts des monitors angebrachten zwei schaltungen (mit selenzellen) ausgehen, wodurch sich die kamera einschaltet und dem monitor ein bild liefert.
der betrachter sieht sich also selbst nur in kreuzform im kreuz abgebildet - ansonsten ist der bildschirm leer.
das fundamentalste symbol der abendländischen kultur ist das kreuz, das einen identitätstransfer symbolisiert: gottvater -> sohn -> mensch; jesus christuts stirbt stellvertretend für uns, usw.
der preis für die identitätsfindung des menschen, dh sich im bilde bildlich wieder zu erkennen, ist das kreuz. der schmerz der abbildung; der riß der abbildung - dessen brücke das kreuz."


[Peter Weibel, Otto Breicha (Hg.), Mediendichtung. Protokolle '82. Zeitschrift für Literatur und Kunst,  Band 2, 1982, S. 110]



Weitere Abbildungen Kruzifikation der Identität:





Kruzifikation_Graz_02

Kruzifikation_Graz_03
Installationsansicht, Audiovisuelle Botschaften, Trigon 1973, Künstlerhaus Graz
6. Oktober – 11. November 1973

 
Hausmusik, 1974 Drucken
Hausmusik

Peter Weibel
Hausmusik, 1974
(Idee: 1972)
Video, Farbe, Ton, 17 Min 55

Sendung: Impulse 3, KOMXXXIKXXXXX. ORF, 25.02.1974

"Eine Ton-Komödie, in der die Handlungen der Darsteller durch eigenartige Geräusche gelenkt werden. Musik und Essen, Musik und Dinner: Zwei bourgeoise Rituale sind nach musikalischen Strukturen kombiniert. Das Neue daran, so scheint mir, ist, dass das Tonmaterial den Plot entwickelt und nicht die Emotionen oder die Psyche. Die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft wird mittels ihrer Musik erzählt. Die Bandbreite dieser Musik reicht von Geräuschen, die vom Körper erzeugt werden (unterdrückt und gehemmt), über klassische Musik (wo die Körperposen offensichtlich vollkommen steif werden) bis zu Kriegsgeräuschen. Der Ton antizipiert das Bild und das Bild den Ton, z.B. Lachen geht in die Geräusche von Fischen über, plötzlich sieht man anstelle von Löffeln Fische neben den Tellern. Die Fische werden in die Suppe gelegt, die Geräusche verschwinden."
 
Monodrom, 1974 Drucken

Monodrom 1

Monodrom 2

Monodrom 3

Peter Weibel
Monodrom, 1974
Video, Farbe, Ton, 5 Min 30

Sendung: Impulse 3, KOMXXXIKXXXXX. ORF, 25.02.1974

 

 



"Das Wort 'Monodrom' kommt aus dem griechischen und bedeutet Einbahnstraße. Das ist TV: ein Einbahnkommunikationssystem, ein 'Monodrom'. Was ist der Effekt? Das Spiegelbild des Wortes 'drom' ist das deutsche Wort 'Mord'. In einer Zeitungsanzeige lud ich Leute ein, mich wie irgendein Material zu behandeln." "Wie das Publikum es mir anschafft, so werde ich mich verhalten, da das Publikum anonym bleibt, kann es mir anschaffen, was es will, was es im Geheimsten wünscht, was es schon immer loswerden will. Eine lebendige menschliche Plastik wird nach der künstlerischen Regie des Publikums entstehen. Denn jeder weiß, was er will, was er vom anderen will; (…) jeder will den anderen dirigieren (…), den anderen (…) als Material seiner Wünsche (behandeln)."

 

[Peter Weibel]

KOMXXXIKXXXXX
"Wenn man einige Buchstaben im Wort 'Kommunikation' mit x ersetzt, dann kann man das Wort 'Komik' darin erkennen. Das war es, was ich im Sinn hatte: die Idee, dass bei gestörter Kommunikation Komik entsteht. Fehler und Missverständnisse in der Kommunikation bringen uns zum Lachen, deshalb gefiel mir die Vorstellung, einen falschen Titel gedruckt zu haben in den TV-Zeitschriften."

[Peter Weibel]

 
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